Arbeitsweise

Die Konstruktivistische Werkstatt

 

 

Hauptmerkmale/Charakter:

Das Hauptanliegen ist die Gestaltung nachhaltiger Bildungs- und Partiziptionsprozesse.

Die konstruktivistische Werkstattarbeit ist ein Ressourcen- und Kompetenzorientiertes Verfahren, das die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Gruppe und jedes Einzelnen stärkt. Dies drückt sich in einer mit allen Beteiligten ausgeführten Auftragsklärung und Zielbestimmung aus. Die Gruppe/ das Team entscheidet, auf der Basis der Gegebenheiten, was passiert.

Die Konstruktivistische Werkstatt geht von der Grundannahme aus, dass Prozesse stets von der Beziehungsebene begleitet werden. Sie orientiert sich damit auch an den Grundprinzipien, die in der systemischen Beratung/Therapie zugrunde liegen. 

Ziel ist es, im Raum des Spannungsverhältnisses von Teilnehmerinteresse, Anwendungsbereich, Thematik und der Beziehungsebene aller am Prozess Beteiligten eine konstruktive Umsetzung zu erreichen.

Ziel/Auftrag und weiteres Vorgehen  werden in einer Orientierungsphase geklärt/geplant.

In der Rekonstruktionsphase wird eine Bearbeitung der Problemlagen durchgeführt. In der Dekonstruktionsphase wird ein Perspektivwechsel (Kreativität) herbeigeführt, der die imaginäre Ebene der Teilnehmer ansprechen soll. In der Konstruktionsphase und der Phase der Entlassung ins Reale wird die konkrete Umsetzung geplant.

Je nach Prozess und Methode werden die 5 genannten Phasen mehrmals durchlaufen

Zukunft gestalten in demokratisch-solidarischer Verständigung,
ein Praxisleitfaden für nachhaltige Demokratisierung und eine inklusive-partizipative Prozesskompetenz in der Bildungsarbeit. ONLINE Universität zu Köln, Dissertation, 2019.

https://kups.ub.uni-koeln.de/9476/

Abstrakt – Kurzfassung

Zukunft gestalten in demokratisch-solidarischer Verständigung – Von den Anfängen der Zukunftswerkstatt bis zur Konstruktivistischen Werkstatt Die Konstruktivistische Werkstatt (KW) ist ein (Praxis-)Leitfaden für eine nachhaltige Demokratisierung und eine inklusive-partizipative Prozesskompetenz in der Bildungsarbeit. Ziel ist Demokratisierung und gemeinschaftliche Zukunftsgestaltung in der heutigen Zeit als Methode und Ausdruck „gelebter Demokratie“ zu ermöglichen und zu etablieren, z.B. in Politischer Bildung, sozialer Bewegung, Bürgerbeteiligung, sozialer Arbeit, ausserschulischer Jugendbildung/ Jugendhilfe, Schule, im Lebenslangen Lernen – LLL, in Team- und Organisationsentwicklung. Dabei inkludiert die KW die Erfahrungen und das Wissen aus Wissenschaft und Praxis der letzten 6 Jahrzehnte im Kontext der Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk, dem Zukunftswerkstatt Moderator*innennetzwerk und der Internationalen Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen, Salzburg, Österreich. Grundlage für die KW sind: Eine interaktionistisch-konstruktivistische Pädagogik (Kölner Konstruktivimus) nach Kersten Reich, John Deweys Lern- und Demokratieverständnis mit experiencing, communication und democracy (Dewey Center Köln) und die „Flüssige Moderne“ nach Zygmunt Bauman. Auf dieser Grundlage werden aktuelle Transformationsprozesse mit den inneren Programmatiken der Handlungsfelder für Pädagog*innen in Verbindung gesetzt. Es wird ein an den Handlungsfeldern orientiertes Prozessverständnis entwickelt, das sich an struktureller Transformation, demokratisch-solidarischer Beziehungsgestaltung und an Diversität und Multiperspektivität auf inhaltlicher Ebene orientiert. Für die Pädagog*innen ergeben sich daraus Prozess-, Transformations- und Konstruktionskompetenzen, die in Kombination mit einem Perspektivenkoffer „Multiperspektivität als strategisches Instrumentarium“ befähigt, Prozesse im Bildungsraum nachhaltig zu initieren und zu begleiten, individuelles Lernen und inklusive strukturelle Entwicklung miteinander in Verbindung zu bringen und daraus gemeinsam Zukunft zu gestalten. Ein Methodenkoffer und im Ablauf der Werkstatt verortete Praxisleitfragen für den Prozess ermöglichen Planung und Reflexion auf einer situativen Planungsebene.